Der jüdische Friedhof in Aldenhoven

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Jüdischer Friedhof Aldenhoven: Ein unscheinbarer Eingang, der nicht eingeweihten Passanten nicht weiter auffallen würde, führt zu dem kleinen Begräbnisplatz hinter den Garagen. (Foto: Eickenhorst)


Nach dem jüdischen Glauben haben die Toten ein Recht auf ewige Ruhe. Die Gräber auf den Begräbnisplätzen werden daher so gut wie nie (mit wenigen Ausnahmen, siehe Linnich) mit Blumenschmuck versehen, wie es bei christlichen Gräbern üblich ist. Besucher, die dem Verstorbenen ihre Ehre erweisen möchten, legen einen kleinen Stein auf das Grab bzw. den Grabstein.

In Aldenhoven gab es im Laufe der Zeit drei verschiedene jüdische Friedhöfe:

1. Der offensichtlich älteste jüdische Friedhof im Bereich der Gemeinde Langweiler lag auf dem "Schofskamp" an der Westseite der Laurenzberger Burg am Wege nach Langweiler. Im Rahmen der landschaftlichen Umgestaltung gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Friedhof aufgegeben und die Überreste sowie die Grabmale auf den Friedhof in Langweiler überführt.

2. Der Friedhof in Langweiler lag in der "Section G 1012" oder nach einer neueren Bezeichnung in der Flur 4, Nr. 161 am Hoengener Weg und hatte die Größe von ungefähr 1300 qm. Abgesehen von einer alten Zeichnung in der "Kleinen Dorfchronik der katholischen Volksschule Langweiler aus dem Jahre 1963/64" gibt es weder Abbildungen noch eine Belegungsliste dieses Begräbnisplatzes. Während des 2. Weltkrieges wurden hier die russischen Kriegsgefangenen aus der näheren Umgebung beerdigt.

Der Friedhof in Aldenhoven: Fünf Grabsteine finden sich noch auf den 158 qm, die der Friedhof heute noch mißt. Einst war er sieben Mal größer. (Foto: Eickenhorst)


Wann die erste Beerdigung auf dem heutigen Friedhof in Aldenhoven stattfand, ist nicht bekannt. Nach dem Kataster von 1820 war er sieben bis acht Mal größer als heute. Der verbliebene Friedhof hat einen Grundfläche von 158 qm und trägt die Katasterbezeichnung Flur 3, Nr. 845. In diesem Bereich sind fünf Gräber durch gut erhaltene Grabsteine erkennbar. Die letzte bekannte Beerdigung fand hier im November 1935 statt, als Netta Hirtz aus Dürboslar hier zu Grabe getragen wurde. Im April 1939 wurde dieser Friedhof auf Druck der Nationalsozialisten mit der Auflage verkauft, daß der belegte Teil bis 1964 nicht anderweitig benutzt werden darf. Für die jüdische Glaubensgemeinschaft unterzeichneten damals Moritz Schwarz, stellvertretender Vorsteher der Synagogengemeinde Jülich, und Alex Hertz, Vorsteher der jüdischen Repräsentanz. Eigentümerin ist heute der Landesverband der jüdischen Kulturgemeinden von Nordrhein in Düsseldorf.

Die Steine aus Langweiler: Da der Friedhof in Düren noch belegt wird, ist der Zutritt nicht ohne weiteres möglich. Dieser Schnappschuss über die Mauer zeigt aber einige der Langweiler Grabsteine. (Foto: Eickenhorst)


Im Jahr 1964 fiel der Ort Langweiler mitsamt dem jüdischen Friedhof und der noch vorhandenen Synagoge dem Braunkohlentagebau zum Opfer. Über 20 der Grabsteine aus Langweiler befinden sich heute auf dem jüdischen Friedhof in Düren.

Letzte Änderung am Mittwoch, 4. Juni 2008 um 16:14 Uhr.